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Sozietät Beier & Beier Rechtsanwaltskanzlei
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Sozietät Beier & Beier
 
     
 

Geschäftsnummer: 66 F 1021/12 EASO

Verkündet am 23.03.2012

Amtsgericht Bremen

Beschluss

In der Familiensache

betreffend die elterliche Sorge für
F. S. H., geboren am 25.12.2011
wohnhaft Bremen
- Betroffene -

Beteiligte:
1. Amt für Soziale Dienste Sozialzentrum GröpelingenNValle Sozialdienst Junge Menschen, Hans-Böckler-Str, 9, 28217 Bremen
- Antragstellerin -

2. R. H.,

3. S. P. H. geb. F.,
beide wohnhaft Bremen
- Antragsgegner -

hat das Amtsgericht - Familiengericht - Bremen durch die Richterin am Amtsgericht M. im Wege der einstweiligen Anordnung am 23.03.2012 beschlossen:

Den Kindeseltern wird die elterliche Sorge für F. S. H., geboren am 25.12.2011, Bremen vorläufig entzogen und auf das Jugendamt Bremen als Vormund übertragen.

Frau Rechtsanwältin D. wird gemäß § 158 Abs. 2 Nr. 2 FamFG zum Verfahrensbeistand für das oben genannte Kind bestellt. Der Verfahrensbeistand hat das Interesse des Kindes festzustellen und im gerichtlichen Verfahren zur Geltung zu bringen. Er hat das Kind über Gegenstand, Ablauf und möglichen Ausgang des Verfahrens in geeigneter Weise zu informieren, Der Verfahrensbeistand übt das Amt berufsmäßig aus.

Es wird davon abgesehen, Gerichtskosten zu erheben. Die zur Durchführung des Verfahrens notwendigen Aufwendungen der Beteiligten trägt jeder Beteiligte selbst,

Der Verfahrenswert wird auf 1.500,00 Euro festgesetzt.

Gründe

Die Entscheidung beruht auf §§ 1666, 1666a BGB.

Nach dem Bericht des Jugendamtes Bremen vom 19.03.2012 ist die getroffene Maßnahme zum Wohl des Kindes zwingend erforderlich.

Es besteht der Verdacht, dass das oben genannte Kind körperlich misshandelt wurde. Am 12.03.2012 wurden in der Prof. Hess Kinderklinik Hämatome am Körper des Kindes festgestellt. Am 16.03.2012 wurde das Kind im Klinikum Bremen-Mitte eingeliefert, wo ein Schütteltrauma diagnostiziert wurde. Dabei wurden Einblutungen in den Augen festgestellt, die auf ein kräftiges Schütteln des Kindes hindeuten. Eine nähere Untersuchung offenbarte zudem ca. 3 Wochen alte Rippenfrakturen bei dem Kind. Im Übrigen wird auf den Bericht des Jugendamtes vom 19.03,2012 vollumfänglich Bezug genommen.

Nach dieser Sachlage war die elterliche Sorge vorläufig zu entziehen, da das Kindeswohl derzeit auch dann nicht sichergestellt werden kann, wenn ambulante Hilfen im Haushalt der Kindeseltern installiert werden.

Wegen Gefahr im Verzug war von vorherigen Anhörungen abzusehen. Diese werden unverzüglich nachgeholt.

Die Kostenentscheidung folgt aus den §§ 51 Abs. 2, 80, 81 FamFG.

Die Festsetzung des Verfahrenswertes beruht auf den §§ 41, 45 FamGKG.

Rechtsbehelfsbelehrung

Diese Entscheidung kann mit der Beschwerde angefochten werden. Sie ist innerhalb von zwei Wochen bei dem Amtsgericht Bremen, Ostertorstr. 25 - 31, 28195 Bremen, einzulegen. Die Frist beginnt mit der schriftlichen Bekanntgabe der Entscheidung.

Beschwerdeberechtigt ist, wer durch diese Entscheidung in seinen Rechten beeinträchtigt ist. Darüber hinaus können Behörden Beschwerde einlegen, soweit dies gesetzlich bestimmt ist. Einem über 14 Jahre alten Kind oder einem unter Vormundschaft stehenden, nicht geschäftsunfähigem Mündel steht in allen seine Person betreffenden Angelegenheiten das selbstständige Beschwerderecht zu. Das gleiche gilt in sonstigen Angelegenheiten, in denen das Kind oder der Mündel vor einer Entscheidung des Gerichts gehört werden soll.

Die Beschwerde wird durch Einreichung einer Beschwerdeschrift oder zur Niederschrift der Geschäftsstelle des genannten Gerichts eingelegt, Sie kann auch zur Niederschrift der Geschäftsstelle eines jeden Amtsgerichts erklärt werden, wobei es für die Einhaltung der Frist auf den Eingang bei dem genannten Gericht ankommt. Sie ist von dem Beschwerdeführer oder seinem Bevollmächtigten zu unterzeichnen, Die Beschwerde muss die Bezeichnung des angefochtenen Beschlusses sowie die Erklärung enthalten, dass Beschwerde gegen diesen Beschluss eingelegt wird. Soll die Entscheidung nur zum Teil angefochten werden, so ist der Umfang der Anfechtung zu bezeichnen.

Die Beschwerde soll begründet werden.

Unterschrift

 

 
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